Der Abschied fällt schwer…

an unserem letzten Tag in den USA frühstücken wir anders. Nichts mit gemütlich, Bett und Sonne. Stattdessen ging es nach einem schnellen Kaffee direkt auf die Queen Mary, wo es einen Sunday Champagne Brunch gab. Davon hatten wir bei unserem Besuch des Schiffes zwei Tage zuvor gelesen. Wir hatten uns noch bei der Rezeption erkundigt, wie es um die Barrierefreiheit des Speisesaals steht und man sagte uns, es gäbe drei Stufen und man könnte dafür aber ein Rollstuhl ausleihen. Etwas suboptimal, aber na gut. Vor Ort waren wir dann doch überrascht, dass wir über den Aufzug absolut ebenerdig hinein konnten. Da kannten wohl die Bediensteten ihr eigenes Etablissement nicht. Immerhin: besser so als andersrum. Das Buffett schlug mit kräftigen 50 $ zu Buche, wobei Christian das Glück hatte, nicht bezahlen zu müssen – wir haben das Personal nach einem Kinderpreis gefragt, mit der Argumentation, dass er sowieso nicht viel essen kann. Die Auswahl der Speisen selbst war aber dann grandios.

Von englischem Frühstück über Fisch-Spezialitäten wie Lobster, Austern, Schottischer Lachs, Schrimps und Steak, Nudel- und anderen warmen Gerichten bis hin zu Kuchen und Desserts war alles vorhanden, was das Herz und der Magen begehrte. Der Brunch war zudem in einer absolut klassisch anmutenden Kulisse mit Geschichte: der alte Speisesaal des Ozeandampfers war prachtvoll und riesig.

Für Alle, die etwas Dekadenz gepaart mit dem Flair des Goldenen Zeitalters der Ozeanriesen genießen möchten absolut zu empfehlen.

Den Magen voll geschlagen, spazierten wird noch etwas über die Decks des Schiffes und bekamen auch hier und da noch Teile einer Führung mit. Unter anderem erfuhren wir kleine Details über die Zeit, als während des Krieges die Queen Mary als Truppentransporter umfunktioniert und Komplett in Grau getüncht war. Der Rekord lag hier bei 15.000 Soldaten plus Schiffsbesatzung ! Diese waren in drei Gruppen aufgeteilt, die in unterschiedlichen Bereichen des Schiffes untergebracht waren und auch ihren Bereich nicht verlassen durften. Schichtenweise war man entweder 24 h draußen an Deck oder drinnen. Egal, ob es regnete oder stürmte. Da waren wir doch froh, Gäste und nicht Soldaten zu sein.

Nach dem Besuch der Queen Mary ging es für Nina und Christian wieder nach Los Angeles. Andreas hatte Christian am Vorabend den Tipp gegeben, dass Griffith-Observatorium zu besuchen. Die Fahrt in die Hills war recht anstrengend, da an der Seite alles zugeparkt war und überall Fußgänger herumsprangen. Zum Glück war unser Bruno (unser Auto hatte Charakter, also auch einen Namen) mit einem Handicapped Kennzeichen ausgestattet, was uns auch hier wieder zu einem Spezialparkplatz in erster Reihe verhalf.

Tipp für alle Anderen- nicht Sonntags und nicht kurz vor Sonnenuntergang erwarte, dass man noch nahe am Observatorium parken kann… Lieber einen halbstündigen Spaziergang einkalkulieren.

Aber es lohnt sich. Die Aussicht ist unbezahlbar, man erkennt spätestens jetzt die Dimensionen der Stadt der Engel… Diese ist übrigens größer als das Saarland.

Das Observatorium selbst ist auch sehr spannend und bietet neben der Ausstellung über das Sonnensystem, die Entstehung der Zeitrechnung… noch ein Planetarium und ein Aussichtskaffee.

Von dort ging es noch zum berühmten Rodeo Drive, der „Preiswertesten“ Einkaufsstraße von LA. Die Geschäfte waren alle schon geschlossen, was uns aber in Anbetracht der Protzgeschäfte mit unklarem Sortiment nicht wirklich nahe ging. Es war dennoch schön anzusehen.

Wir liefen noch etwas weiter, bis wir wieder zum Beverly Hills Drive kamen. Dort wollten wir zum Abschluss nochmal sushi oder Ahi Poke essen. Jedoch, typisch für uns wurde wieder etwas anderes draus…
Ein Steakrestaurant mit schickem Ambiente, entsprechenden Preisen und dennoch der Typischen, Amerikanischen Kneipenakkustik. Das essen war gut und der Tag neigte sich dem Ende und wir machten uns auf die einstündige Fahrt nach Long Beach…
Der letzte Tag war zuende…

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Marina, Marina, Marina…

Am vorletzten Tag unserer Reise ließen wir es noch einmal ruhig angehen. Das übliche Programm: gemütlich wach werden mit Kaffee im Bett und Sonne durch die Tür. Christian hatte sich für den Abend mit einem Kumpel aus dem Klingonenfanclub verabredet, was versprach, spät zu werden – und so war für den Tag erstmal eine relativ ruhige Agenda angesetzt.

Nach dem Frühstück machten wir (Christian und Nina) uns auf den Weg, den Hafen von Long Beach zu erkunden. Genau genommen eine Marina, also ein Anleger-Bereich für Yachten und private Boote. Man muss ja nicht immer nach Los Angeles fahren, manchmal gibt es ja auch nette Dinge vor Ort. Und die Queen Mary war ebenfalls in der Nähe, weshalb wir die gewählte Location schon am Vorabend bei der Heimfahrt entdeckt hatten. Uns waren nämlich gleich die bunten Lichter aufgefallen. Rund um die Marina gab es ein paar touristische Attraktionen, zum Beispiel ein Riesenrad um mal wieder ein historisches Karussell. Leider ist das Karussell zurzeit außer Betrieb, sonst hätte Christian natürlich die Barrierefreiheit getestet. Daneben gab es in diesem Bereich aber auch jede Menge Lokalitäten zum Einkehren und Shoppen. Besonders gefiel uns aber ein schöner alter Leuchtturm, der in einem kleinen Park gelegen war. So spazierten wir dort hin und noch ein bisschen um die Hafenbucht. Auf unserem Spaziergang übrigens auch auf, dass gerade die Hafenstraße vorbereitet wird. Dort findet nämlich im April ein Grand Prix statt. Nachdem wir etwas herumgelaufen sind, gab es nochmals essen im hiesigen Bubba Gumps. Das kannten wir schon aus San Francisco und wussten, dass es dort lecker ist. Wir nahmen auf der Terrasse Platz, wobei wir zuerst die Befürchtungen hatten, das uns in der Dämmerung etwas kalt werden könnte. Das wurde jedoch widerlegt, denn es gab ein fast den Tisch einen Heizpilz. Wir spekulieren noch, ob diese atombetrieben waren. Jedenfalls wurde und ganz schön heiß und das nicht nur vom scharfen Essen.

Abends war dann Schichtwechsel und Christian fuhr mit Carolin in die Stadt, um in Hollywood den Gothic-Club ausfindig zu machen, wo wir uns mit Andreas, Christians Kumpel verabredet hatten. Nina machte derweil die lokale Einkaufsmeile mit Drogerie und Supermarkt sicher und telefonierte ein wenig mit zuhause.

Nach etwa 40 min Fahrt kamen wir bei der ausgemachten Lokation an. Es gab mal wieder Valet-Parking, wir mussten unser Auto also nur gegen eine geringe Gebühr abgeben.

Der Club selbst war sehr schön dekoriert und eingerichtet. Er erinnert etwas an ein Kellergewölbe, sehr schön gruftig mit dunklen Möbeln und Kerzen im Drakula-Stil. Für heute war eine Science-Fiction-Party angesetzt. Dementsprechend hatten die Besucher Kostüme aus dem Genre , was eine schöne Atmosphäre als Mischung ergab. Es gab zwei Tanzbereiche, nahe am Eingang gab es Wave/Gothic, unter anderem war Depeche Mode, Marilyn Manson, Nine Inch Nails zu hören. Aber auch viele deutsche Bands wie zum Beispiel Wolfsheim waren zu hören. In der Tat waren wir überrascht über den großen Anteil deutscher Titel. Der zweite Tanzbereich lag im hinteren Teil des Clubs. Hier wurden härtere Elektro-Sounds gespielt. Das war eher nicht unser Geschmack, also verbrachten wir unsere Zeit entweder im vorderen Bereich oder vor der Tür. An Unterhaltung war im Club nämlich auch nicht zu sein und spätestens als Andreas angekommen war, wollten wir das tun. Andreas arbeitet seit fast zwei Jahren in San Diego als Teilchenphysiker und ist oft unterwegs auf Gothic-Partys. So hatte er uns auch auf diese Veranstaltung hinweisen können. In den USA gibt es wohl leider nur wenige Festivals, dafür sind aber die Clubs und Veranstaltungen dort sehr brauchbar. Andreas erzählte uns noch von seinem Aufenthalt hier einige Anekdoten und Erlebnisse in den USA und wir berichteten im Gegenzug von unseren Reiseerfahrungen. Wir bekamen dann noch ein paar Tipps von ihm, was wir an unserem letzten Tag so tun konnten. Danach ging es noch einmal rein, die Musik genießen und etwas tanzen.

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Bonnie und Clyde…

… Oder einfach zwei vergessliche Chaoten allein unterwegs…

Der Tag begann dieses Mal etwas früher, um halb 10 am mit einem ausgiebigen Frühstück mit Poolblick.
Wir wollten ins Citadel Outlet, und von dort aus nach Santa Monica, zur Küste. Im Outlet verlor Caro erst mal Christian, Ich (Nina) hatte mich vorher von den beiden getrennt, um den Levis Store zu entern.
Zusammen mit Caro machte ich mich auf die Suche, wobei meine Vermutung, ihn in Toys ‚r us zu finden, sich nach einiger Zeit als richtig heraus stellen sollte. Er hatte ein Spiel ins Auge gefasst, Risiko in der Zukunftsfassung. Das musste natürlich direkt gekauft werden. Schön nerdig.
Wieder vereint machten wir uns, nachdem Ich noch erfolgreich bei Converse geshoppt hatte, auf zum Meer.

Santa Monica entpuppte sich als netter, gepflegter Stadtteil, mit vielen Restaurants, Hotels und einer schönen Einkaufsstraße. Wir aßen in einem Asiatischen Restaurant und flanierten noch ein wenig die Straße entlang. Es gab einen Tesla Store, zum proberitten und bestaunen. Dann ging es über Venice, was sich als noch schöner entpuppte, mit einem Kurzen Fotostopp bei einer Serienkulisse zurück In die Flint Street zur Unterkunft.

Umziehen war angesagt, denn Chris und ich wollten die Queen Mary noch besichtigen, und die letzte Tour des Tages sollte bald starten. So düsten wir zum Pier, wo das 1936 in Dienst gestellte Kreuzfahrtschiff seit 1968 als Hotelschiff liegt.
Schon von weitem konnte man die feierliche Inszenierung sehen. Das Auto stellten wir schnell auf dem großen Parkplatz ab und gingen zum Haupteingang. Von dort bot man uns eine Tour ohne Führung an, erklärte uns, wo wir wie mit welchem Aufzug hinkommen und los ging es. Beeindruckend war für uns schon alleine die Größe des Schiffs, aber auch das Interieur, welches noch den gesamten Charme der vergangenen Ära der Ozeandampfer versprüht, lies uns erst mal staunen.
Trotz der Patina, die das Schiff sein Alter nicht verleugnen lässt, ist es wunderschön, zu sehen, dass es in dieser Form erhalten und auch genutzt wird.
Davon geblendet brauchten wir eine Weile, bis wir merkten, dass wir schon wieder einmal etwas Entscheidendes vergessen hatten… Unsere Geldbeutel. Und zwar Beide. Und natürlich nicht im Auto, das wäre ja auch zu einfach gewesen. Typisch.
Gut, dass die Tour schon mal umsonst war. Wobei wir ansonsten früher gemerkt hätten, dass wir ohne Geld unterwegs waren. Was sollten wir nun tun? Auf der Queen Mary war es kein Problem. Dann gab es halt mal nichts zu trinken, keine Souveniers, und auch sonst erst mal nichts.

Dann fiel mir aber plötzlich ein, dass unser Auto auf einem beschrankten Parkplatz stand. Dieser kostet bekanntlich Geld. Wir beratschlagen uns, ob wir beichten sollten oder erst mal mit einem Trick versuchen, unser Auto auszulösen. Wir entschieden uns natürlich für den Trick. Christian fuhr mit dem Rollstuhl durch die Eingangsschranke des Parkplatzes, nachdem ich ein neues Ticket gezogen hatte. (Der Elektrorollstuhl wird als Fahrzeug erkannt)
Nun ging es ganz schnell ins Auto, ab zur Ausgangsschranke, damit es so aussieht, als wäre man nur kurz über den Parkplatz gefahren um wieder rauszufahren. Der Trick ging auf, und ersparten somit wieder einige Dollar und Erklärungen… Lachend und jubelnd fuhren wir nach Hause. Was solche Aktionen angeht, sind wir uns einfach zu einig und ähnlich Risikobereit.
Danach setzte sich Christian noch etwas an den Computer, und Ich schlief schon mal eine Runde vor.

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Make Tea not war…

…Nach der gestrigen Tortur durch die Wüste ließen wir es an unserem ersten Tag in Los Angeles erstmal ruhig angehen. Ausschlafen war angesagt und danach gemütlich frühstücken. Mit offener Gästehaus-Tür hatte man von Christians großem Bett aus einen tollen Blick auf den Pool, der durch Sonnenschein veredelt wurde. Das Gästehaus selber ist mehr so eine gut ausgebaute Garage aus Holz, die mit Trockenbauwänden in mehrere Räume unterteilt wurde. Zum Schlafen ist es aber durchaus ausreichend und bequem. Der Nachbar hat einen guten Musikgeschmack, den von draußen herein tönte Hard-Rock. Carolin ging schnell etwas einkaufen und brachte Leckereien mit, unter anderem Karamell-Flan. Der Ambassador war erfreut.

Fertig gefrühstückt ging es Richtung Hollywood. Wir hatten uns als Ziel für das Navi den Hollywood Boulevard einprogrammiert, entschieden und aber die Ausfahrt vorher zu nehmen. Wir landeten auf dem Sunset Boulevard und cruisten eine Weile durch die Stadt um und so einen Eindruck zu verschaffen. Wir fuhren durch Wohngebiete fast aller Schichten. Bis auf die gigantischen Villen der Stars haben wir alles gesehen, was es an Wohnformen gibt. Letzten Endes haben wir aber dann doch wieder das Navi eingeschaltet und sind zum Walk of Fame gefahren, die auf dem Hollywood Boulevard liegt. Erster Eindruck: Alles ist nicht sehr hochwertig, Geschäfte und Kneipen wie überall in den größeren Städten der USA. Nur gab es viel mehr Scientology. Sowohl eine Dianetics-Buchhandlung, eine „Kirche“ als auch das L. Ron Hubbard -Museum gab es hier. Vor Letzterem hielten wir unseren Wagen und uns fern. Wir machten uns zu Fuß weiter auf den Weg in Boulevard Richtung Osten zu erkunden. Wir landeten im Hard-Rock-Café, wo wir eine kleine Mahlzeit zu uns nahmen.

Eigentlich wollten wir dann nur noch in einem großen Supermarkt einkaufen und danach nachhause. Doch auf dem Weg zum Auto fiel Nina und Christian ein Gebäude auf der anderen Seite in die Augen. Ole wohl so waren sie sich einig, dass sie sich das näher ansehen wollten, denn angekündigt war ein Museum für „Außergewöhnliches“, was auch immer das bedeuten sollte. Wir betraten also die Lokation. Die Ausstellung war eine private Sammlung des Besitzers, der einfach allen möglichen Scheiß zeigte. Von sinnlosem Wissen bis zu Basteleien, Kuriositäten aller Art. Unter anderem gab es Minas Tirith (bekannt aus „Herr der Ringe“) als Nachbau mit Streichhölzern, einen mechanischen Oktopus im Steampunk-Design und eine Forelle mit Pelz. Diese Fälschung (natürlich gibt es ein solches Tier nicht wirklich), hing angeblich jahrelang in einem schottischen Museum und wurde dort als echt ausgestellt, weil niemand an einen Hoax glauben wollte. Außerdem konnte man seinen Schatten einfrieren lassen. Ein heftiger Blitz warf diesen an eine nachleuchtende Wand. Derartige Spielereien gab es ohne Ende. Für Spielkinder und Neugiernasen genau das Richtige.

Neuer Versuch, zum Auto zu kommen. Doch auch dieser wurde unterbrochen, denn Christian entdeckte einen offenen Bus am Straßenrand, der offensichtlich kostenlos Tee anbot. Etwas skeptisch näherten wir uns dem Vehikel und dessen Besitzer erklärte uns, dass er tatsächlich Tee für Passanten kocht. Dieser sei allerdings nicht zum Mitnehmen, das sei der einzige Haken. Warum er das täte? Weil er überzeugt davon ist, dass die Menschen mehr schenken sollten. Und weniger vom Geld abhängig sein sollten. Der Bus war ein nostalgisch-schöner Oldtimer, der mit Holz ausgebaut war. Das Interieur war urgemütlich und der Besitzer wirklich nett. Während unseres Teegenusses unterhielten wir uns eine Weile mit ihm. Er ist jetzt mittlerweile seit acht Jahren unterwegs und kocht Tee. Dazu ist er immer an verschiedenen Orten, in letzter Zeit aber hauptsächlich an der amerikanischen Westküste. Der Bus fährt mit aufbereitetem Frittieröl, was er von befreundeten Restaurantbesitzern geschenkt bekommt. Auf dem Dach befindet sich eine Solaranlage für den Strom. Hin und wieder macht er auch kleinere Jobs, zum Beispiel Videoschnitt. Aber im Großen und Ganzen braucht er nicht viel Geld und es bleibt sogar noch etwas für den Tee zum Verschenken übrig. Wir nahmen uns dann gleich auch noch ein paar Aufkleber mit. Darauf steht unter anderem „Make Tea not War“ und „Free Tea Party“. Die Aufkleber gab es auch gratis.

Zum Einkaufen in den Supermarkt ging es dann auch noch, aber im Kontrast zu dem davor erlebten war der Einkauf dann sehr unspektakulär. Aber wir haben unsere Vorräte aufgefüllt, noch einmal gut gegessen und die beiden Mädels sind ins Bett, während Christian noch gerade diesen Blogpost hier schreibt 🙂

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Bye Bye schöne Scheinwelt…

…das letzte Mal noch genießen, dass uns der Page das Gepäck runter bringt und unser Auto vorgefahren wird – daran könnte man sich gewöhnen.

Wir schreiben mittlerweile schon den 19.2.

Unser Auto fuhr vor und wir konnten es schon hören, bevor es sichtbar wurde – unverkennbar laut und rappelig beim Aufsetzen und Fahren. Bei jeder kleinen Straßendelle und -hubbel fühlt man sich wie auf einer Hüpfburg.

So ging es nach unserer abenteuerlichen Zeit in Vegas, ähnlich abenteuerlich und doch ganz anders weiter. Nachdem wir Steves Motorradteile bei einem netten Veteranen abgeholt hatten, ging es los:

3 in der Wüste

Ein „kurzer“ Umweg durchs Death Valley machte unsere 7h Autofahrt Vegas – L.A. zu einer 10h Autofahrt, teilweise ohne befestigte Straße und vielen Dips (so nennen die hier die Hügel, die durch unsere wahrscheinlich kaputte Federung, ein wahres Achterbahngefühl hervorrufen)..die wunderschöne Landschaft beeindruckte uns, aber als wir um halb 7 im Dunklen immer noch durchs Nirgendwo kurvten, zwischendurch unsere Bremse von der Auf- und Abfahrt heiß gelaufen war und wir mit dampfenden Reifen anhalten mussten, und unsere Tankfüllung sich langsam dem Ende widmete, hofften wir doch auf ein Wiedereinkehren in zivilisierte Landschaft mit Strom und vor allem einer Tankstelle. Die Emotionen kochten kurz über und Christian (der als Einziger gelassen blieb) wollte das Öl auspacken, da sich ein echter Frauenfight bot. Doch mit kurzem Türenknallen und Sitzplatzwechsel, war es vergessen und wir lachten ein wenig über uns selbst und viel über unser Holterdipolter Jump Jump Auto, dass echt keine Bodenunebenheit ohne Schaukeln und Bodenkontakt überfährt.

Dann kam auch endlich wieder die heiß ersehnte Tankstelle und somit war alles wieder gut.
Nach einer weiteren Ewigkeit, in der wir auch noch etwas zu Essen beschaffen müssten (nein, es gab keine Wüstenziege vom offenen Feuer- sondern Tütenramen vom Asiasupermarkt) erreichten wir halbtot unsere Unterkunft.

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Ein Strahlend schöner Tag…

Am dritten und letzten Tag in Las Vegas war zunächst einmal wieder etwas fern ab von der Spielzeugwelt des Las Vegas Strips angesagt. Wir ließen uns unser Auto vorfahren und dann ging es los Richtung Norden, wo wir zunächst einen Museumsbesuch planten. Das Museum, was wir besuchten war das National Atomic Test Museum, was eine Ausstellung zu den Atomversuchen im Nevada-Testgebiet zeigt. Es gibt allerlei Exponate, von wissenschaftlich spannend bis skurril, wenn man daran denkt, wie fortschrittsgläubig die Menschen in den sechziger Jahren in den USA waren. Außerdem war natürlich alles sehr amerikanisch-patriotisch und es wurde gebetsmühlenartig behauptet, das Atomwaffen doch so wichtig gewesen sind wegen des kalten Kriegs und so. Aha. Trotzdem fanden wir es äußerst lehrreich, aber wir haben ja auch einen recht düsteren Humorgeschmack.

Im gleichen Museum gab es auch noch eine Sonderausstellung zur Area 51. Dort wurde mittels Exponaten und Videos immer wieder mit dem Motto „Mythos oder Realität“ gespielt. Es gab Stücke zum damaligen Rosswell-Absturz, aber auch allgemein zu außerirdischen Leben – Seti, Voyager-Sonden-Erklärungsvideos etc. – und ein kleiner Teil dessen, was bekannt ist, was in der Area 51 tatsächlich so vorgeht: unter anderem die Tests der Stealth-Jäger und -Bomber. Für die Ausstellung bekam man Pseudo-ID-Umhänger, was wir sehr süß fanden. Besonders klasse war aber der Zufall, dass ich (Christian) als Tätigkeit „Ambassador“ hatte 🙂

Anschliessend ging es weiter Downtown, den Bereich um die Fremont Street, also in die „Altstadt“ von Las Vegas. Natürlich ist diese nicht mit den europäischen Stadtkernen zu vergleichen, aber immerhin ist es etwas anderes, an den Ursprung dessen zu gehen, was heute Las Vegas ist. Keine Europa-Imitation mit Eiffelturm, etwas, was wohl eine Burg sein soll und sich Excalibur nennt oder Pseudo-Ägypten in Luxor. Das gab das alles wird nicht, sondern lediglich ursprüngliche Kasinos und Hotels. Natürlich auch bunt und schrill leuchtend, aber irgendwie authentischer. Wir spazierten durch die Straßen, erkundeten Geschäfte – unter anderem einen tollen Spielzeugladen mit Modelfiguren und Ähnlichem – und landeten letzten Endes wieder in einem Casino. Wer hätte es gedacht… uns lockte allerdings nicht das Spielvergnügen sondern das dargebotene Essen. Wir hatten nämlich Ruhe und die Werbung verkündete, dass es hier ein Buffet für 16 $ gab. Das Essen war auch dementsprechend… naja. Die Auswahl war riesig, zu viel kann man zugute halten. Qualitativ und geschmacklich eher unterirdisch.

Gestärkt aber oral-geschmacklich unbefriedigt fuhren wir zurück ins Hotel. Vor dem Abendprogramm noch etwas frisch machen und dann ging es los, denn ich wollte ja auch noch pokern. Wir entschieden uns dafür, den Weg zum Casino meiner Wahl, dem Venetian zu Fuß zu erledigen. Das war auch sehr nett, den so bekamen wir noch einmal einen ausführlicheren Eindruck der Hotels auf dem Strip. Wir kamen vorbei an einer Wassershow mit überdimensionalen Springbrunnen und einem Vulkan-Feuer-Wasser-Spektakel. Alles sehr beeindruckend. Das Venetian selbst ist ebenfalls sehr prächtig, den Namen entsprechend alles im Stil Venedigs. Es gibt sogar künstlich nachgebaute Kanäle, auf denen man mit Gondeln fahren kann. Uns führte es aber direkt in den Pokerraum. Das Personal dort war super freundlich und ging auf allgemeine Bedürfnisse besonders ein. Dass Nina mir assistierte und unter anderem die Karten hielt, war überhaupt kein Problem. Die Aufseher sorgten sogar von sich aus dafür, dass wir genügend Platz nebeneinander hatten und setzten dafür andere Spieler um. Das Spielergebnis war auch hervorragend. Ich habe nicht lange gespielt, aber immerhin aus meinen eingesetzten 60 $ 100 $ gemacht. So habe ich mir das vorgestellt.

Zurück ging es dann mit der Monorail, einer Nahverkehrsbahn, die parallel zum Strip fährt und dort alle wichtigen Hotels miteinander verbindet. Das Gefährt ist aber sehr wackelig und geht extrem in enge Kurven. Egal, es brachte uns nachhause.

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Bunt, schrill, laut…

…Ninas großer Tag…

Nach einem ausgiebigen Frühstück in atemberaubender Höhe unseres Penthouses ging es für Christian und mich (Nina) ins Luxor Hotel+ Casino, in dem die Titanic Artefact Ausstellung derzeit Gastiert. Nachdem wir das Problem der vergessenen ID Karten (Perso), welche zum Zahlen mit Kreditkarte nötig sind, mittels Bargeld vom Automaten, dasszu den normalen Gebühren nochmal mit 11,89$ zu Buche schlug lösten, ging es in die Austellung. Diese ist ganz gut gemacht, man bekommt immer wieder das Gefühl, tatsächlich auf dem Schiff der Träume zu sein, inklusive schwankendem Boden und Motorengeräusche in der dritten Klasse. Der Kitschfaktor des für uns Grauenhaften Films der 90er bleibt zum Glück soweit außen vor, man wird mit Fakten, Schiffsteilen sowie geborgenen Persönlichen Gegenständen der Passagiere unterhalten.
Meiner Meinung trotz der vielen Ausstellungsstücke lange nicht so liebevoll gestaltet wie man es von Cobh oder Belfast gewohnt ist. Vielleicht aber auch, da es eine Wanderausstellung ist.

Abends ging es dann als offizielle Mlife Member (wir haben uns online angemeldet und die Karten abgeholt) wieder ins MGM Casino. Ich versuchte mich an der Slotmaschine. Erst eine mit Glücksrad, die mein Guthaben deutlich schmälerte. Dann im rausgehen lachte mich die Hang-over Maschine (zum gleichnamigen Film) an, ich setzte mich und schob 10$ zum noch geringen Restguthaben nach. In der ersten Runde bekam ich einen geringen Punktegewinn. Kurz überlegt änderte ich die Taktik und spielte auf Risiko. Ich hatte mir gesagt, nichts mehr nachzuschieben, sollte das Geld weg sein.
Plötzlich ein Riesenkrach. Meine Ohren wurden mit „who Let the dogs out“ berieselt und ich musste so lachen, dass ich erst gar nicht wusste, was los war. Boonusgame stand da. Eine Art Memory spiel. Ich drückte ohne irgendwas zu denken auf dem Bildschirm rum. Dann ein neues Spiel. Ich sollte mir nacheinander drei Vip Bändchen aussuchen. Nach dem ersten hatte ich dann auch mal geschnallt, dass ich hier die Gewinnsumme zog.
Nach dem dritten hatte ich so aus 20$ 152$ gemacht und beschloss, nach der Auszahlung in den Irish Pub einzuladen.
Der Shepardspie und das Guinness schmeckten unglaublich gut an diesem Abend. Ich genoss das Gefühl, dass die Casinos so bewusst an einen vermitteln möchten und beschloss aber, dass es das für mich hier in Las Vegas an diesem Punkt auch war.
Christian versuchte sich an diesem Abend noch an einem Slot und am Roulette, beides erfolglos, so dass er sich für den nächsten Tag, quasi als Abschluss Poker aufhob.

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