Make Tea not war…

…Nach der gestrigen Tortur durch die Wüste ließen wir es an unserem ersten Tag in Los Angeles erstmal ruhig angehen. Ausschlafen war angesagt und danach gemütlich frühstücken. Mit offener Gästehaus-Tür hatte man von Christians großem Bett aus einen tollen Blick auf den Pool, der durch Sonnenschein veredelt wurde. Das Gästehaus selber ist mehr so eine gut ausgebaute Garage aus Holz, die mit Trockenbauwänden in mehrere Räume unterteilt wurde. Zum Schlafen ist es aber durchaus ausreichend und bequem. Der Nachbar hat einen guten Musikgeschmack, den von draußen herein tönte Hard-Rock. Carolin ging schnell etwas einkaufen und brachte Leckereien mit, unter anderem Karamell-Flan. Der Ambassador war erfreut.

Fertig gefrühstückt ging es Richtung Hollywood. Wir hatten uns als Ziel für das Navi den Hollywood Boulevard einprogrammiert, entschieden und aber die Ausfahrt vorher zu nehmen. Wir landeten auf dem Sunset Boulevard und cruisten eine Weile durch die Stadt um und so einen Eindruck zu verschaffen. Wir fuhren durch Wohngebiete fast aller Schichten. Bis auf die gigantischen Villen der Stars haben wir alles gesehen, was es an Wohnformen gibt. Letzten Endes haben wir aber dann doch wieder das Navi eingeschaltet und sind zum Walk of Fame gefahren, die auf dem Hollywood Boulevard liegt. Erster Eindruck: Alles ist nicht sehr hochwertig, Geschäfte und Kneipen wie überall in den größeren Städten der USA. Nur gab es viel mehr Scientology. Sowohl eine Dianetics-Buchhandlung, eine „Kirche“ als auch das L. Ron Hubbard -Museum gab es hier. Vor Letzterem hielten wir unseren Wagen und uns fern. Wir machten uns zu Fuß weiter auf den Weg in Boulevard Richtung Osten zu erkunden. Wir landeten im Hard-Rock-Café, wo wir eine kleine Mahlzeit zu uns nahmen.

Eigentlich wollten wir dann nur noch in einem großen Supermarkt einkaufen und danach nachhause. Doch auf dem Weg zum Auto fiel Nina und Christian ein Gebäude auf der anderen Seite in die Augen. Ole wohl so waren sie sich einig, dass sie sich das näher ansehen wollten, denn angekündigt war ein Museum für „Außergewöhnliches“, was auch immer das bedeuten sollte. Wir betraten also die Lokation. Die Ausstellung war eine private Sammlung des Besitzers, der einfach allen möglichen Scheiß zeigte. Von sinnlosem Wissen bis zu Basteleien, Kuriositäten aller Art. Unter anderem gab es Minas Tirith (bekannt aus „Herr der Ringe“) als Nachbau mit Streichhölzern, einen mechanischen Oktopus im Steampunk-Design und eine Forelle mit Pelz. Diese Fälschung (natürlich gibt es ein solches Tier nicht wirklich), hing angeblich jahrelang in einem schottischen Museum und wurde dort als echt ausgestellt, weil niemand an einen Hoax glauben wollte. Außerdem konnte man seinen Schatten einfrieren lassen. Ein heftiger Blitz warf diesen an eine nachleuchtende Wand. Derartige Spielereien gab es ohne Ende. Für Spielkinder und Neugiernasen genau das Richtige.

Neuer Versuch, zum Auto zu kommen. Doch auch dieser wurde unterbrochen, denn Christian entdeckte einen offenen Bus am Straßenrand, der offensichtlich kostenlos Tee anbot. Etwas skeptisch näherten wir uns dem Vehikel und dessen Besitzer erklärte uns, dass er tatsächlich Tee für Passanten kocht. Dieser sei allerdings nicht zum Mitnehmen, das sei der einzige Haken. Warum er das täte? Weil er überzeugt davon ist, dass die Menschen mehr schenken sollten. Und weniger vom Geld abhängig sein sollten. Der Bus war ein nostalgisch-schöner Oldtimer, der mit Holz ausgebaut war. Das Interieur war urgemütlich und der Besitzer wirklich nett. Während unseres Teegenusses unterhielten wir uns eine Weile mit ihm. Er ist jetzt mittlerweile seit acht Jahren unterwegs und kocht Tee. Dazu ist er immer an verschiedenen Orten, in letzter Zeit aber hauptsächlich an der amerikanischen Westküste. Der Bus fährt mit aufbereitetem Frittieröl, was er von befreundeten Restaurantbesitzern geschenkt bekommt. Auf dem Dach befindet sich eine Solaranlage für den Strom. Hin und wieder macht er auch kleinere Jobs, zum Beispiel Videoschnitt. Aber im Großen und Ganzen braucht er nicht viel Geld und es bleibt sogar noch etwas für den Tee zum Verschenken übrig. Wir nahmen uns dann gleich auch noch ein paar Aufkleber mit. Darauf steht unter anderem „Make Tea not War“ und „Free Tea Party“. Die Aufkleber gab es auch gratis.

Zum Einkaufen in den Supermarkt ging es dann auch noch, aber im Kontrast zu dem davor erlebten war der Einkauf dann sehr unspektakulär. Aber wir haben unsere Vorräte aufgefüllt, noch einmal gut gegessen und die beiden Mädels sind ins Bett, während Christian noch gerade diesen Blogpost hier schreibt 🙂

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