Oldtimer und Shrimps

An unserem letzten Tag in der Bay Area trennten sich unsere Wege wieder. Carolin mietete ein Auto und war mit einem unserer Gastgeber im Umland unterwegs. Wir beide (Nina und ich, Christian) planten einen weiteren awesomen Tag in San Francisco.

Mittlerweile regnete es auch nicht mehr, so dass wir uns auf ausgiebige Touren durch die City freuten. Wir fuhren also wieder mit der Bart in die Stadt und stiegenan der uns bekannten Haltestelle „Embarcadero“ aus, um uns zu Fuß in Richtung Hafenanlage zu machen. Bei den Piers wollten wir eine Straßenbahn in Richtung Fisherman’s Wharf nehmen. Wir hatten am Vortag schon gesehen, dass es bei den Haltestellen Rollstuhlrampen in der üblichen Art und Weise gab. Allerdings waren auf der Linie nur alte Bahnen unterwegs und wir wunderten uns, wie es wohl gehen sollte, dass man mit dem Rollstuhl an Bord kommt. Ganz einfach: mit einem Brett. Eine faltbare Rampe wird immer im Wagen mitgeführt und bei Bedarf vom Fahrer ausgelegt, um die Lücke zwischen Podest und Wagen zu überbrücken. Die Konstruktion würde wahrscheinlich in Deutschland nie zugelassen, alleine schon wegen der niedrigen lichten Durchgangshöhe der noch verbleibenden Tür (Nina musste sich bücken, um sich nicht den Kopf zu stoßen), aber wir fanden die Lösung toll, denn wie soll man sonst den Oldtimer nutzbar machen? Und allein dieser war schon eine Attraktion.

Wir stiegen also in die Straßenbahn ein und fuhren mal wieder ohne Ziel los. An der Haltestelle Pier 39 entschieden wir uns, die Bahn zu verlassen. Dort gibt es einige Touristenattraktionen, alles ist in etwa aufgebaut wie ein Fantasialand in klein. Vorzufinden sind das Hardrock Café, ein Aqualand, viele kleine Geschäfte – auch ausgefallene, zum Beispiel ein Sockengeschäft, in dem mein Rollstuhl ein paar Socken klauen musste. Sie verfingen sich darin und wir merken es erst wesentlich nach dem Verlassen des Geschäftes. Dann gab es noch ein Geschäft für Linkshänder, eins mit Zaubertricks, ein Geschäft für Spielzeug und Teddybären, ein Laden mit extra-scharfen Saucen und einiges mehr in dieser Richtung. Die Bandbreite an Restaurants war genauso groß. Wir entschieden uns aber für das „Bubba Gumps“. Der eine oder die andere kennt vielleicht die Geschichte des Freundes von Forrest Gump und seinem Shrimpkutter. Im Lokal war auch entsprechend alles am Film orientiert. Es gab Schilder zum Umklappen „Run Forrest Run“ beziehungsweise „Stop Forrest Stop“, wobei sofort eine Bedingung herbei geeilt kam, wenn das Schild auf letzterer Position stand. Viele nette kleine Details erinnerten an die Geschichte des charmanten Außenseiters mit brillanten Lebensweisheiten. Am Restaurant angeschlossen war auch ein Geschäft für Devotionalien und Merchandise zum Film. Dort habe ich mir dann auch gleich mal ein T-Shirt mit „Stupid is as stupid does“ gekauft. Ein weiteres Highlight war ein venezianisches Karussell. Sogar dieses war mit dem Rollstuhl nutzbar. Es gab eine „Kutsche“, vor dem man sich mit dem Rollstuhl stellen konnte. Das Karussell-Plateau selbst wurde mit einer anlegbaren Rampe zugänglich gemacht. Eigentlich sind solche Karussells ja für Kinder, aber mein inneres Kind tatsächlich davon abhalten lassen, auch mitzufahren. Wir haben natürlich davon ein Video gemacht. Als weitere Attraktion gab es noch einen Achterbahn-Simulator, der leider nicht mit dem Rollstuhl benutzbar war, und eine Seelöwenstation. In der Station waren wir nicht, aber die Seelöwen kann mir trotzdem sehen und fotografieren. Possierlich! 🙂

Wir verbrachten quasi den ganzen Tag auf Pier 39 und hatten jede Menge Spaß dabei. Danach wollten wir eigentlich noch in die Lombard-Street, aber so langsam wurde die Batterie meines Rollis leer und so machten wir uns wieder auf den Heimweg. Dazu benutzten wir wieder die alte Straßenbahn mit einem Wagen von 1912. Unglaublich, so eine Oldtimer als reguläres Verkehrsmittel. Einfach schön.

Zurück in Evermore unterhielten wir uns noch ein bisschen mit unseren Gastgebern und nahmen Abschied. Wir hatten eine tolle Zeit dort und ich werde auf jeden Fall wieder zurückkehren. Danke für die Gastfreundschaft!

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